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03.10.2012

Inselhüpfen in Kroatien

auf Rab

Nach der Fähre von Brestova auf die Insel Cres folgt der dritte Anstieg des heutigen Tages, von Meereshöhe auf 450m auf gut 14km. Auf der Fähre ist außer uns noch ein Reiseradler. Als wir mit den Rädern wieder auf Asphalt rollen, kommen wir ins Gespräch, er kommt aus Spanien und radelt 4 Wochen durch Kroatien. Mit dem Gespräch lenkt er uns vom Aufstieg ab, zieht uns nach oben. Er erwartet nicht viel von Cres und fährt nur diesen einen Tag über die Insel. Wir lieben Cres, das wir schon von einigen Urlauben kennen. Eine karge Insel, unwirtlich erscheint sie, ein grober Steinhaufen, dorniges Gestrüpp, dazwischen wilde Kräuter, Salbei, Thymian, die den typischen Duft verbreiten. Höher und höher treten wir im kleinen Gang und die Aussicht wird mit jedem Meter fantastischer. Das Meer erstreckt sich unendlich weit. Inseln und Festland, geschwungene Formen, alles in die Facetten der Farbe Blau getaucht. Irgendwann zückt auch Xavi seinen Fotoapparat, fotografiert einsame Schafe in der Steinwüste, den Ausblick und ist beeindruckt. Am oberen Grad angekommen sagt keiner mehr ein Wort, der Blick schweift zu beiden Seiten der Insel mit atemberaubendem Ausblick, steile Felswände ragen zum Meer herab, die Abenddämmerung zaubert immer wieder ein neues Farbspiel. Dazu absolute Stille, kein Windhauch, kein Geräusch, einfach nichts.  Ja, dafür fahren wir Rad! Die Bilanz des Tages: 67km, 914hm. Wir kommen im Dunkeln im Hauptort, gleichnamig der Insel Cres, an, auf den letzten Kilometern hat es noch etwas vom Himmel getröpfelt, aber kaum der Rede wert. Ein Bier und eine Pizza im Hafen, mit Blick auf die dümpelnden Fischerboote, dann fallen wir todmüde in den Schlafsack. Gegenüber unserer Bucht sehen wir die Lichter von Valun, wo wir schon oft waren. Dieses Mal soll es bei dem Blick bleiben. Der Zeltplatz dort hat gerade geschlossen, geht in Winterschlaf.
Ja, wie geht es uns denn so mit dem Rad fahren. Im Moment kommen wir nicht so schnell voran. Steile Anstiege zwischen 7 und 10%, manchmal dürfen es auch 20% sein, machen unsere Beine schnell müde und verlockende Strände bei Badewetter, da fährt man auch nicht einfach so vorbei. Die Tage werden auch schon deutlich kürzer, abends um 19:00 Uhr ist es ruck-zuck dunkel, und so muss frühzeitig nach einer Übernachtungsmöglichkeit Ausschau gehalten werden. Da viele Campingplätze bald schließen oder schon geschlossen sind müssen wir die Öffnungszeiten jetzt immer vorher abfragen, damit wir nicht wie auf der Insel Rab im Dunkeln ankommen und dann auf einem Geistercamp stehen. So verbringen wir lange Abende romantisch im Zelt mit lesen, philosophieren und Quatschreden über das Radfahren.  Christian fühlt sich nicht wie ein richtiger Radfahrer, weil er Radhosen nicht mag und ohne Klickpedale und Radschuhe  zufrieden ist. Ich offenbare das ich eigentlich nicht so gerne Rad fahre, aber was soll ich tun? Ich hasse Auto fahren und Autobahnen, mit dem Flugzeug beamt man sich zu schnell in fremde Gegenden, erleidet einen Kulturschock und über die Umweltbelastung möchte ich gar nicht reden, Schiffe schaukeln mir zu sehr, beim langen Wandern ist mir der Rucksack zu schwer, außerdem ist das so langsam, Bahn und Bus kann ich auch nur kurz ertragen. Also weiter mit dem Rad, wir hüpfen über die Inseln Kroatiens, entdecken das Land und versuchen die Menschen etwas kennenzulernen, Menschen die uns zurückhaltend begegnen und oft laut und hart wirken, wie Ihre Sprache die für uns so unaussprechlich und fremd ist, das wir mit unserem Wortschatz einfach nicht über ‚Dobro Dan‘ und ‚Hvala‘ hinauskommen.

Fotos

11.10.2012

Dobrodosli

trogir

Dobrodosli  !!!!
Herzlich Willkommen, steht auf jedem Ortseingangsschild, normalerweise gleich in vier Sprachen, aber so willkommen fühlen wir uns nicht immer. Unser Radweg ist seitdem wir die Insel Pag verlassen haben die Küstenstraße des Festlandes, begegnen uns Leute so grüßen wir jedes Mal freundlich, aber kein Gruß kommt zurück, meistens wendet man sich einfach ab. Ich versuche es mit Augenkontakt und einem Lächeln bei den Gemüseverkäuferinnen am Wegesrand, wieder wird nur weggeschaut. Keiner stellt die üblichen Woher- und Wohin-fragen, wenn wir unser Räder mal in einer Stadt parken. Wir werden einfach nicht wahrgenommen, es sei denn wir zücken das Portemonnaie um Einzukaufen, um Essen zu gehen oder touristische Ausflüge zu buchen, dann sprechen sie das nötige Deutsch und Englisch um uns schnell zu „Helfen“ und können gelegentlich sogar Lächeln.
Es ist schwer die Mentalität der Kroaten zu ergründen und zu verstehen. Wir können nur Vermutungen anstellen. Eine große Sprachbarriere trennt uns, sie haben ihre Hausaufgaben für den Tourismus gemacht, wir können bequem unseren Kaffee auf Deutsch bestellen.
Oder haben sie die Touristen jetzt im Oktober einfach mal über, nachdem eine riesige Welle davon über das Land geschwappt ist , Müll an den Küsten flächendeckend hinterlassen wurde, und sie in die Zange genommen hat, aber auch ihr Einkommen sichert.
Oder sind es Politische Dinge und vergangene Kriegszeiten, die sie prägen und wir nicht verstehen.
Fragen, die vielleicht offen bleiben. Dabei ist dieses Land so reich, beschenkt mit einer wunderbaren Natur, fantastischen Landschaften, einem unendlich blauen Meer, das ihnen jeden Tag Meeresfrüchte und frischen Fisch liefert. Die Sonne wärmt so lange das Land, das selbst im Oktober die Märkte überquellen mit frischem Gemüse: Tomaten, Paprika, Auberginen, Mangold, Feigen…., in jedem Garten stehen Bäume mit Granatäpfeln und manchmal auch mit Mandarinen und der Oleander blüht immer noch.
Uns zaubert das jedenfalls ein Lächeln aufs Gesicht!

Wir sind in der zweitgrößten Stadt Kroatiens angekommen, haben hier in Split ein kleines Appartement gemietet, unsere Vermieter haben uns heute Abend mal einfach ein paar Pfannkuchen mit Schoki  und Marmelade vorbeigebracht, genauso selbstverständlich wurde unsere Wäsche gewaschen, während wir durch die tolle Stadt geschlendert sind, unglaublich nett, so was hatten wir noch nie, vielleicht kommen wir der kroatischen Seele näher.

Fotos

19.10.2012

gestrandete Radler

urulaub am strand

Die Fähre bringt uns über den Splitski Kanalski, nein das ist kein FKK Strand, sondern das Gewässer vor der Stadt Split in 2 ½ Std auf die Insel Korcula. Die Inseln Hvar und Brac lassen wir einfach vorbei ziehen. Das Wetter ist heute wolkig und während der Überfahrt nimmt der Wind zu und kräftige Schauer prasseln aus dunklen Wolken. Also ziehen wir unsere Regenjacken an trotz der Temperatur von über 20°C. Wie üblich führt der Weg aus dem Hafen steil bergan, den Ort Vela Luka lassen wir links liegen, wir wollen radeln. Vor unseren Augen breitet sich eine bergige Landschaft aus, dicht  und grün bewachsen und bewaldet, ein ungewohntes Bild. Sofort erinnert uns die Insel an Korsika. Der nächste Ort klebt steil am Hang, die Häuser sind aus Bruchstein gebaut. Wir folgen der Hauptstraße, die sich stetig bergan schlängelt, immer einsamer wird es, ab und zu ein Olivenhain, hier und da ein paar Weinreben, wenn wieder Wolken kommen halten wir Ausschau nach Bäumen zum Unterstellen. Unterstellen wird nicht nötig und bis auf die Haut nass sind wir sowieso, dank dem Klima unter den Regenjacken und den steilen Anstiegen. Im kleinsten Gang stundenlang, um jede Kurve erhofft man eine Abfahrt zu erspähen, aber sie bleibt aus. Die Orte die auf unserer Karte verzeichnet sind liegen  4- 6 km von der Strasse ab und natürlich weit unten am Meer. Unser Höhenmesser zeigt irgendwann 500hm und wir erahnen nun das wir über den höchsten Punkt der Insel müssen. Ich schwöre, ich werde den Lonely Planet im Mittelmeer ertränken, sobald wir wieder am Meer sind, kein Wort über die Topographie oder den Verlauf der Hauptstraße hat er uns geliefert. Irgendwann rollt es bergab. Freude die nur kurz währt, ein Schild, 8% Steigung bremst uns wieder aus. Über 30km im Nichts, es wird langsam dunkel, 1l Wasser haben wir noch, wir halten Ausschau nach einem Platz für unser Zelt, aber das Gelände ist steil, steinig und mit dornigem Gestrüpp dicht bewachsen, findet man mal ein ebenes zugängliches Terrain so ist das oft der Müllplatz der Einheimischen. Irgendwann taucht doch ein Ort auf, wir stoppen vor dem Lebensmittelladen, davor sitzen 10 Männer und gönnen sich ihr Freitagabend Karlovacko, wir fragen nach ob jemand Deutsch oder Englisch spricht, ja wir können uns verständigen, fragen nach einem Platz für unser Zelt, ein Mann aus der Runde wird von der Bank geschubst und soll uns den Weg zeigen, er führt uns zu einer Zimmervermietung, aber wir wollen kein Zimmer sondern unser Zelt aufbauen, er sagt etwas außerhalb ist OK, für die Wasserversorgung schickt er uns wieder zum Laden, warum einfach wenn es auch umständlich geht. Wir kaufen Wasser und stellen unser Zelt im fast Dunklen an einer kleinen Kapelle auf. Irgendwie kein Platz zum Wohlfühlen, deshalb unruhiger Schlaf. Am nächsten Morgen sind wir froh das wir unser Zelt unbeschadet einpacken, denn auch auf diesem Platz findet man verrostete Dosen und Scherben. Endlich kommt dann auch die ersehnte Abfahrt nach Korcula, die Stadt liegt idyllisch auf einer vorgelagerten Halbinsel, viele schmale Gassen, Stufen auf und ab, hier soll übrigens Marco Polo geboren sein. Gegenüber liegt die Insel Peljesac mit spektakulärer Bergkulisse, 1000m erhebt sich der Sv. Ilija, karger Fels mit Wolkenhaube. Ja und hier sind wir nun gestrandet. Seit ein paar Tagen merken wir, dass es uns schwerer fällt, jeden Morgen wieder einzupacken und das die Energiereserven, die auf den anstrengenden Etappen (oft fahren wir am Tag die Höhenmeter eines Alpenpasses) nötig sind, aufgebraucht sind. So rücken wir morgens unsere Stühle an dem Kiesstrand zurecht, schauen auf die blaue Adria und die fantastische Kulisse, gegenüber die Insel Mljet, ein im Dunst liegendes Zackengebilde, eine kleine Insel mit niedrigem Leuchtturm liegt in der Nähe der Küste, ab und zu schwimmen Delphine vorbei, in gleichmäßigem Bogen tauchen ihre Flossen aus dem Wasser auf und glänzen in der Sonne, und auf der linken Seite erheben sich sanft geschwungene grüne Berge. Wir können die Straße sehen, die uns gewiss die nächsten Schweißperlen auf die Stirn treiben wird. Schwimmen, lesen, faulenzen, Yoga, gut Essen, Energien aufladen, nette Leute kennenlernen, Reisegeschichten lauschen, Sternbilder erklärt bekommen. Man erinnert uns daran, das in Deutschland jetzt Herbstferien sind, obwohl wir immer noch Sommer fühlen, 26°C jeden Tag. Ok, eine Nacht Sturm und Regen brachten kurzzeitig Nordseefeeling. Wir mussten uns im Zelt anschreien um uns etwas mitzuteilen, so laut war die Brandung. Aber zuverlässig kommt die Sonne zurück und trocknet alles wieder ab. Die Weiterreise wird jeden Tag verschoben, bis der Impuls kommt nachzuschauen was hinter den nächsten Bergen liegt.

Fotos

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