Über die Strassen der Welt per Rad.........

 

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18.09.2012

Berge, Äpfel und Schnee

Fernpass

Ganz leise hat mein Handy in der Lenkertasche gepiept, während wir an einem Bilderbuchtag durch ein schönes Tal von Pfronten weiter rollen. Unsere Gastgeber begleiten uns noch ein Stück. Das leise Piepen war der Willkommensgruß des österreichischen Handynetzes und für uns der Abschied von Deutschland für ganz lange Zeit. 2 Pässe gilt es zu überwinden um über die Alpen zu gelangen. Der erste ist der Fernpass. Man muss ihn nicht auf der Autostraße überqueren sondern kann der Via Claudia folgen über eine Schotterpiste stetig bergan. Wir müssen doch einiges schieben, der Blick schweift immer wieder zurück um den Ausblick auf das Zugspitzmassiv zu genießen. 1290m, sogar noch höher als der Autopass, dann geht’s wieder runter, kurz vor unserem Ziel Landeck am Abend zwingt uns ein Gewitter unser Zelt spontan neben einem Holzschober aufzustellen. Zu laut und bedrohlich erscheinen uns die Blitze und laut widerhallenden Donnerschläge im engen Inntal. Der nächste Tag wieder sonnig und warm, aber immer wieder wird von Temperatursturz, Wetterumschwung, sogar von Schnee gesprochen. Oh je und wir müssen über den Reschenpass. Und so kommt es. Am Morgen der Passüberquerung regnet es aus Kübeln. Der Wetterbericht verheiß nichts Gutes, die Schneefallgrenze soll auf 1100m sinken, der Reschenpass liegt auf 1515m. Wir hieven unsere Räder aus dem Radkeller unserer Pension ( ja auch wir gönnen uns mal Luxus, war ja auch unser Hochzeitstag ) , nebenbei noch ein Gespräch mit einem Paar aus Tasmanien, das zu seinem 25. Hochzeitstag durch die Alpen radelt. So stehen wir auf der Strasse, auf der das Wasser schon in kleinen Bächen fließt, sind nach 2 Minuten pitschnass und entscheiden uns kurzerhand mit dem Bus ein Stück Aufstieg abzukürzen. Ab Nauders wird geradelt, 7°C, Nebel, Regen, Zähne zusammenbeißen und los. Wir treten rein über die Passhöhe, sind ab jetzt in Italien, kurzer Stopp am Reschensee, lächeln für ein Foto, auch wenn es in den Schuhen bei jedem Schritt quatscht ( vielleicht sollten wir doch noch in wasserdichte Überschuhe investieren ) , umziehen und warme Speckknödelsuppe in einem Gasthof. Dann rollen wir bergab ins Vinschgau. Gleich fühlt es sich wieder wärmer an. Es bleibt bei diesem einen Schlechtwettertag. Ein kräftiger Wind schiebt uns am nächsten Tag  durchs Vinschgau auf Meran zu. Der Ausblick ist herrlich, wir rauschen durch endlose Apfelplantagen, rote und grüne Äpfel werden jetzt überall geerntet, unsere Vitaminversorgung in Form von Äpfeln und Apfelsaft gesichert, dazu zu beiden Seiten die Berge mit weiß gezuckerten Gipfeln. Meran liegt in einem Talkessel auf nur noch 300m über Meereshöhe. Von einem Aussichtspunkt über der Stadt führt der Radweg über eine 11 Kehren rauschende Abfahrt in die Stadt. Mediterrane Atmosphäre empfängt uns hier, hält uns hier fest, mondänes Kurbad, in das schon Kaiserin Sissi gerne reiste, Palmen, Blumen, enge Gassen durch die man immer wieder einen Blick auf die Berge erhascht.

Fotos

25.09.2012

Italienische Wochen

ponte della lierta

Noch einmal unter der Bahn durch, einem kleinen vermüllten Pfad folgen, dann stehen wir auf dem Fußweg der Ponte della liberta, der Damm, der uns in die Lagunenstadt Venedig führt. Der erste Blick aufs Wasser, auf die Stadt, alles glitzert im abendlichen Sonnenlicht, ein berührender Moment, “das ist jetzt schon echt toll“, ein paar Tränen kullern bei dem Anblick. Wir haben es bis nach Venedig mit dem Rad geschafft.
Die Berge liegen seit einem Tag hinter uns, etwas wehmütig schauen wir immer mal wieder zurück, wir sind der Adige und der Brenta gefolgt, durch enge Täler geradelt, in denen schon morgens um 10 die Sonne untergeht, haben verlassene Dorfer gesehen, wo alle Fenster zugenagelt waren und prunkvolle Städte wie Trento und Treviso.
Radfahrer  grüßen uns  mit Bon Giorno, Salute, sind mit schmalen Reifen und sportlichen Trikot unterwegs und schauen manchmal etwas verwundert, wenn auch wir mit unseren Panzern  die Berge hochstrampeln.
Wir tauchen ein ins italienische Leben, in jedem noch so kleinen Ort gibt es eine Café bar, an der Theke stehend kostet der Espresso nur die Hälfte, Wurstverkäuferinnen  hieven mächtige Schinken auf die Aufschnittmaschine und schneiden hauchfeine Delikatessen davon und den Parmesan gibt nur in so großen Stücken, das er für unsere Radtaschen eigentlich zu groß ist.
Wir richten uns auf einem kleinen Campingplatz auf der Insel Lido Venetia ein, die Insel liegt Visasvis  San Marco und hat auf der anderen Seite schöne Sandstrände, so bewegen wir unsere Räder mal ohne schweres Gepäck, nur um die Insel zu erkunden , zum Supermarkt, oder zum Wasserbus, der uns nach Venedig schaukelt.
Wir streifen durch die Stadt, die auf 118 Inseln und mit Hilfe von Holzpfählen, die in den Meeresboden gerammt wurden, erbaut wurde. Streifen durch die Gassen und über Brücken, entdecken immer wieder einen tollen Platz an dem man sich niederlassen will, Gondoliere  in gestreiften Hemden paddeln Touristen durch die Stadt, überall kann man die typischen Masken für den Karneval kaufen. Etwas Kultur muss auch sein, wir besuchen das Guggenheim Museum, moderne Kunst, wertvolle Stücke, Picasso, Dali….
Ist das jetzt mal Urlaub? Ja, aber irgendwann kommt wieder das Gefühl, jetzt muss es weiter gehen, der Herbst ist trotz Wärme und Sonne spürbar, das Laub fällt, die Tage werden kürzer und die Stirnlampe muss abends im Zelt gute Dienste tun, der Campingplatz wird  nächstes Wochenende geschlossen. Also weiter nach Süden, Kroatien das nächste Ziel.

Fotos

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